Grünkohl traditionell einkochen

„Juhu – es gab Frost!“ Norddeutsche freuen sich aber auch über komische Dinge, während sich andere übers Autoscheibe-Kratzen ärgern 🙂
Der erste Frost bedeutet für mich auf dem nächsten Besuch auf dem Markt die Suche nach erstem, frischem Grünkohl. Ja, ich kaufe auch Grünkohl im Glas oder bereits geschnitten auf dem Markt, aber das Ritual um das Einkochen bereitet mir immer eine große Freude, auch wenn es einen halben Tag Kümmern bedeutet.

Man benötigt tatsächlich nicht viele Zutaten, um sich selbst einen Grünkohlvorrat anzulegen:
Als Faustformel kann man sagen, dass aus etwa 2 kg Grünkohl am Stück mit Stumpf und Stiel 1,2 kg Kohl im Glas überbleibt.
Dazu kommen noch 2-3 große Zwiebeln und gut 100 g durchwachsener Bauchspeck (beides gewürfelt).
So erhielt ich zum Schluss 3 Gläser Grünkohl mit etwa 400 ml Inhalt.

Der Grünkohl wird grob vom Strunk abgeschnitten und erst einmal in der Duschwanne oder einer Bütt in viel Wasser gebadet, damit sich Sand und Dreck absetzt. Danach die Blätter von den dicken Stielen grob abschneiden und die Stiele entsorgen. In einem großen Topf mit ca. 1/2 Liter Salzwasser den Kohl portionsweise einige Minuten blanchieren, so dass er stark in sich zusammenfällt. Jeweils mit einer Schaumkelle aus dem Topf heben und in einer großen Schüssel lagern. Für Faule: Mit einer Schere in der Schüssel klein schneiden. Wenn es akkurat werden soll, noch ein bisschen besser abgießen und auf dem Brett mit einem scharfen Messer hacken.

Den Topf leeren und dann gewürfelte Zwiebeln und Speck in ein wenig Öl anschwitzen.

Mit ca. 500 ml Brühe angießen und 2 EL Senf einrühren, bevor der Grünkohl dazu kommt, und alles gut 20 Minuten köcheln. Pfeffern und leicht salzen – das Fleisch gibt noch Würze ab und nachsalzen kann man immer noch! Der Kohl kommt noch heiß direkt in sterilisierte Gläser und in den Vorratsschrank.

Bei uns gibt es traditionell Kasseler, Mettenden, viel Senf und karamellisierte Salzkartoffeln dazu:
Das Fleisch wird mit dem Kohl zusammen im Topf erwärmt.
Die gekochten Salzkartoffeln gieße ich ab und lasse sie kurz im Topf trocken dampfen. In einer großen, beschichteten Pfanne brate ich die Kartoffeln mit einem kleinen Löffel Butter und einer großen Prise Zucker unter vorsichtigem Wenden an, bis sie eine leichte Kruste haben.

Guten Appetit!

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