Kochen auf Reisen…Roadtrip mit Zelt

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In 2017 waren wir mit 2 Rucksäcken auf Sardinien unterwegs. Wir haben am Flughafen Cagliari unser Leihvehikel abgeholt, um unseren Roadtrip an der Küste zu beginnen. Die Strecke kann man mehr oder weniger akkurat auf der Karte nachvollziehen – die Bilder in unseren Köpfen sind immer noch präsent: Halbwilde Tiere auf Nebenstrecken, die neugierig auf der Straße rumstehen, tolle Strände, großartige Farben und üppiges Obst und Gemüse überall, köstliches Essen an vielen Ecken, gutes Wetter und hervorragendes Wasser zum Plantschen, zum Schnorcheln und Schwimmen. Und die freundlichen Menschen, die mit unseren wenigen Italienischkenntnissen gut zurecht kamen, hab ich besonders ins Herz geschlossen.

Wir haben unser Zelt auf Campingplätzen aufgeschlagen und die Kochstellen und Sitzgelegenheiten dort genutzt, um mit unserem Gaskocher abends zu kochen. Die Gaskartusche haben wir am 2. Tag in einem Sportladen erstanden, den klappbaren Aufsatz hatten wir im Rucksack mitgebracht wie unser Koch- und Essgeschirr. Update: nachdem wir nun unseren standhaften 3-Bein-Kocher haben, würde ich diese Variante an Kocher nicht noch einmal nutzen, da die Instabilität durch die hohe Position AUF der Gasflasche unheimlich nervt. Und im Packmaß oder beim Gewicht erkennt man keinen Unterschied – nur der Preisunterschied ist natürlich deutlich. Bei häufigen Reisen lohnt sich die Investition aber auf jeden Fall!

Wir mussten ein bisschen improvisieren, da wir keinen Kühlschrank bzw. keine Kühlbox hatten. So aßen wir keine Eier, keine Milch und nur kleinere Stücke (Hart-)Käse, die wir tief unten im Kofferraum aufbewahrten, damit er bis zu 2 Tage hielt.

Unsere Grundausstattung, die wir schon mitbrachten, bestand aus einem kleinen Päckchen Zucker, grobem Salz, Instantkaffeepulver, einer Mini-Pfeffermühle und Brühe. Die Zipp-Beutelchen sind alle gebraucht und wiederverwendbar. Für unseren Käse hatten wir eine kleine Plastikdose mit, die leicht abzuwaschen ist, und absolut dicht hält, so dass wir auch Flüssigkeiten transportieren konnten (z. B. Reste von einer Dose Tomaten).

Relativ früh haben wir – wie beim Trip durch Portugal 2014 mit dem VW Bus – festgestellt, dass wir typische Kräuter an Wegesrändern und in Parks mitnehmen konnten, um unsere Mahlzeiten z. B. mit Rosmarin oder Thymian zu würzen. Wenn man immer nur genau so wenig mitnimmt, wie man die nächsten Tage braucht, stört sich daran niemand.
In den ersten Tagen haben wir einen kleinen Grundstock an Lebensmitteln aufgebaut und in einem kleinen Pappkarton aus dem Supermarkt im Auto verstaut. Wenn man in einem so engen Raum gute 2 Wochen unterwegs ist, ist Ordnung wirklich das halbe Leben, da man nicht andauernd alles ein- und ausräumen muss, wenn man mal wieder die Zahnpasta oder die Löffel sucht.
Regelmäßig in unseren Grundnahrungsmitteln zu finden war Pasta, Reis, Couscous, ein bisschen Lagergemüse wie Wurzeln und Zwiebeln, frischer Knoblauch, Dosentomaten und Olivenöl. Obst, Gemüse und Käse haben wir in kleinen Geschäften, Supermärkten oder auch direkt an Ständen an der Straße erstanden. Es war immer köstlich und selten sind dieselben Produkte in Deutschland ähnlich schmackhaft.

Besonders dankbar war ich für unsere Grundausstattung an Hilfsmitteln: unsere Carbon-Taschenmesser von Opinel stehen ganz oben auf dieser Liste. Da lachen mich bis heute eine Menge Menschen aus, wenn sie merken, dass ich meines immer in der Handtasche bei mir trage – ich weiß es eben sehr zu schätzen, ein scharfes Messer dabei zu haben, das kaum Platz weg nimmt, gut in der Hand liegt und leicht zu reinigen ist. Außerdem ist der Sicherheitsring super, damit es nicht von alleine aufgeht. In Kombination mit einer Leihgabe meines Schwagers – einer leichten Faltschüssel mit schnittfestem Boden – klappt die Zubereitung des Abendessens auch beim Camping problemlos. Meine Falt-Tupperdose mit Deckel hielt als 2. Teller her und diente auf Reisen als Obstschale.

2016-09-18 15.18.05

Meist gab es One-Pot-Pasta-Gerichte, leichte Sommersuppe oder frische Salate mit Couscous, so dass wir mit den beiden Töpfen und der „Pfanne“ (okay, es ist der Deckel des großen Topfes, aber die Funktionalität ist gegeben! ;)) schon ausreichend ausgestattet waren.
Ich überlege immer noch, ob unser Essen „Rezepte“ verdienen, weil es in meinen Augen eigentlich nichts anderes ist, als im richtigen Moment die richtigen Zutaten in den Topf geworfen zu haben und die Kräuter und Gewürze nicht zu vergessen. An sich ist es ein bisschen extremeres Mis-en-place als zu Hause, da die Utensilien und der Platz sehr viel begrenzter sind. Aber wenn man das einmal raus hat, ist das Ergebnis lecker, schnell und sättigend auf dem Tisch. Teamwork ist dann angesagt, wenn es mal eine ganze Dorade vom Grill gibt und nebenher noch der Salat hergerichtet werden soll. Aber auch das ist machbar, wenn man sich Gedanken macht, was man wann braucht.

Übrigens schmeckt vorm Zelt auch der Rotwein aus dem Kaffeebecher zum Essen – man muss halt mit dem wenig Platz haushalten 😉

Ach, ich könnte mal wieder raus zum Camping…

Gute Reise!

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Mirja sagt:

    Hallo Nina,

    Ja, mit dem Zelt ist es wirklich eher unpraktisch wild zu campen. Mit dem Bus geht es sehr gut und wir machen es auch nur dort wo es geduldet wird und wir niemanden stören. Innerhalb der Saison hätten wir dies auch nicht gemacht.
    Wir haben den VW Bus mit dem Ausbau und der Solaranlage so vom Abortbesitzer übernommen. Der hat dies alles in Bad Bramstedt bei BS Camperwerk machen lassen.
    Sich vorher Gedanken zu machen was man möchte und wo ist ein Muss, das finde ich auch. Dann kann man viele wunderschöne Plätze erleben. In diesem Sommer steht bei uns Spanien und Portugal an. Wir freuen uns schon wieder riesig auf das Abenteuer. 🙂
    Liebe Grüße und ebenfalls ein schönes Wochenende
    Mirja

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  2. Mirja sagt:

    Wir waren gerade letzten Herbst mit unserem VW Bus auf Sardinien und das bestimmt nicht zum letzten Mal. Es ist so schön dort!! Wir haben viel „wild“ gestanden, 1. weil die Saison schon vorbei war und 2. weil wir dies auch gerne tun. Wenn man sich dort „in die Natur einfügt“ und nichts zerstört ist dies auch kein Problem. Strom brauchen wir nicht unbedingt, wir haben eine Solaranlage auf dem Dach des VW und zusätzlich zum Gasherd drinnen auch einen Außengasanschluss. Genau wie ihr haben wir einen Grundstock angelegt und viel frische Zutaten verwendet. Allerdings haben wir auch den Luxus eines Kühlschranks und somit hatten wir auch Milchschaum auf dem Kaffe und Eier zum Frühstück. Das geht dann wohl eher als Glamping statt Camping durch. 😉

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    1. Nina sagt:

      Hi Mirja,
      auf den Kaffee wollen wir auch nie verzichten, aber es geht auch ohne Milchschaum 😉
      Wir waren zum ersten Mal dort und haben uns raten lassen, nicht wild zu campen wie wir es überall in Portugal gemacht haben. Im Nachhinein: mit Zelt wäre es eh unpraktisch gewesen, mit dem Camper kein Thema (zumindest nach der Saison und wenn man wie gewohnt seinen Müll etc. mitnimmt). Mit dem Zelt war es dann aber auch meist sehr günstig, da die typischen Nebenkosten wie Strom oder Abwasser wegfielen. Strom und Dusche ist für uns auch nie ein Thema, daher lieben wir das Stehenbleiben, wo es einem gefällt und weit ab von Touristenströmen!
      Habt ihr das Solarmodul selbst angebracht oder handelt es sich um eine festverbaute Anlage vom Werk? Das stelle ich mir für Kühlschrank und Licht etc. ganz nett vor, haben wir bislang über Zweitbatterie und Gas gelöst.
      Grundsätzlich haben wir festgestellt, dass wir sowohl Zeltcamping als auch VW-Camping und Hostelhopping mit dem Rucksack gut finden – man muss nur vorher wissen, was einen erwartet und was man möchte, so dass man sich an die Gegebenheiten anpassen kann!
      P.S.: Eier zum Frühstück sind aber auch eine feine Sache!
      Liebe Grüße und schönes Wochenende
      Nina

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